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European Bridal Buyer

12 Fragen an den geschäftsführenden Gesellschafter der WILVORST Herrenmoden, Herrn Dr. Vordemfelde.

Das Interviews wurde im Mai 2010 in der European Bridal Buyer veröffentlicht.

1. In der vorigen Ausgabe des European Bridal Buyer (EBB) haben wir uns ausführlich mit der ‚neuen Braut‘ beschäftigt. Diese ist ausgezeichnet informiert, weiß genau, was sie will, liebt das Shopping und geht (buchstäblich) sehr weit für das eine, einzigartige Outfit. Lässt sich dementsprechend auch von einem ‚neuen Bräutigam‘ sprechen? Wie wählt er seine Kleidung? Wovon lässt er sich leiten und wo kauft er seinen Hochzeitsanzug?

Frauen sind generell wesentlich modeorientierter als Männer. Insbesondere bei der Hochzeit, die für die Braut das Fest des Lebens ist, wird sie sich intensiv Gedanken machen, welches schöne Brautkleid sie am Tag der Tage tragen wird.

Der Mann muss aber auch gut aussehen. Die Braut wird sich deshalb bemühen, ihren Mann rechtzeitig in die entsprechenden Geschäfte zu bringen, damit er das richtige Outfit findet. Meistens wird ihm die Wahl von der Braut abgenommen. Sie weiß, wie ihr Kleid aussieht. Sie weiß, welche Farbe das Outfit des Mannes haben soll und wird ihn intensiv beraten. Gekauft wird häufig dort, wo die Braut auch kauft. Viele Brautkleideranbieter bieten auch Mode für den Bräutigam an. Häufig wird aber auch im Herrenfachgeschäft oder sogar im Fachgeschäft, das sich auf Mode für den Bräutigam spezialisiert hat, gekauft.

2. Obwohl es schon wieder zögerlich aufwärts geht, ist die Wirtschaftslage immer noch nicht rosig. Spüren Sie die Folgen der Krise in den Verkaufszahlen für Bräutigamkleidung? Ist der Bräutigam trotz Krise dazu bereit, um für so einen wichtigen Tag tief in die Tasche zu greifen? Oder zeigt sich der Bräutigam heute eher preisbewusster?

Geheiratet wird auch in schwierigen Zeiten. Die Anzahl der offiziellen Hochzeitsfeste mit kirchlicher Trauung ist aber seit Jahren rückläufig, weil manche Paare entweder nur standesamtlich heiraten oder auf die Hochzeit ganz verzichten. Dennoch konnte WILVORST im Jahr 2009 im Inland ein gutes Plus bei Stückzahl und Wert vermerken und seine Marktstellung gegenüber den Mitbewerbern verbessern. In manchen Ländern, in die WILVORST exportiert, wurde gespart. So Großbritannien, Polen, Skandinavien und auch Rußland.

3. Wie kann ein Brautmodengeschäft auch den Bräutigam - sowie dessen Zeugen, den Vater etc.- optimal bedienen? Was empfehlen Sie dem Brautgeschäft in dieser Hinsicht?

Das Brautmodengeschäft muss - wie auch im Bereich Brautkleider - ein repräsentatives Angebot bei der Mode für den Bräutigam haben. Das heißt, es reicht nicht, 10 Anzüge in die Ecke zu hängen und Umsätze zu erwarten, sondern das Sortiment muss kompetent und überzeugend sein. Wir von WILVORST bieten dafür mit unseren Kollektionen WILVORST, After Six, TZIACCO und PRESTIGE eine vielfältige Palette an.

4. Wir nehmen eine Reihe von erfolgreichen Spezialgeschäften für den Bräutigam wahr. Dennoch sieht es so aus, als ob diese Art von Brautmodengeschäften nicht stark wächst. Wie schätzen Sie die Entwicklungen in diesem Bereich ein?

Die Anzahl der Brautmodengeschäfte, die auch Herrenbekleidung führen, nimmt zu, da sich mit dem Bräutigam Zusatzumsätze erzielen lassen, die dann die Wirtschaftlichkeit positiv beeinflussen. Denn auch jeder Einzelhändler muss sich für die richtige Konzeption seines Geschäftes selbst entscheiden. Man kann mit einer überzeugenden Konzeption in diesem Modebereich gutes Geld verdienen.

5. Was halten Sie von sog. One Brand Stores?

Ein One Brand Store konzentriert sich sehr auf eine Produktaussage. Das Risiko, die falsche Ware zu haben, wird dadurch erhöht.

6. Was sind Ihrer Ansicht nach die Modetrends für den Bräutigam 2011?

Die Modetrends für den Bräutigam 2011 werden wir rechtzeitig vorstellen. Ein grundsätzlicher Wandel ist aber nicht in Sicht. Momentan sind schlanke Formen wichtig. Oberstoffe in Wolle und Mischungen, teilweise mit Schattenstreifen, aber auch uninahe Dessins. Glanz wird wichtiger.

7. Wenn Sie den Bräutigam von vor 10 Jahren mit dem heutigen vergleichen, was fällt Ihnen am meisten auf?

Jede Zeit hat ihre Modetrends. Vor 10 Jahren wurden noch Spencer getragen, teilweise sehr farbig. Danach entwickelte sich die Zeit der Longformen.

8. WILVORST hat zum dritten Mal nacheinander den Bridal Star Award gewonnen. Welche Umstände haben dazu nach Ihrer Meinung geführt?

WILVORST hat dankenswerter Weise zum 3. Mal den Bridal Star Award gewonnen. Dieser Preis ist Belohnung für jahrelange gute Modeleistung, für einen herausragenden Service, für gute Kundenberatung und für Qualität aus deutscher Fertigung. Mit diesem Marketingmix bieten wir unserer Kundschaft in Deutschland und Europa die Möglichkeit, schnell und flexibel auf Endverbraucherwünsche im Bereich Mode für den Bräutigam zu reagieren.

9. Der EBB erscheint in sechs Ländern, in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden. Was sind nach Ihrer Einschätzung die wichtigsten unterschiede bzw. Übereinkünfte zwischen diesen Ländern in Bezug auf:

  • Kleidungsstil des Bräutigams
  • Angebot für den Bräutigam
  • Verfügbares Budget des Bräutigams

In den genannten Ländern entscheidet sich die Mode für den Bräutigam nicht wesentlich. Traditionell ist Belgien klassischer und in den Niederlanden wird modischer geheiratet. Auch Farben und Formen sind im Wesentlichen ähnlich. Anders z. B. Großbritannien, in dem ein völlig abweichender Bekleidungstil für den Bräutigam gepflegt wird. Dort trägt man Cut und Longsakkos in unterschiedlichen Varianten, kombiniert mit sehr stark farbigen Westen. Anders auch die Mode für den Bräutigam in Südeuropa. Dort wird mehr Eleganz, Glanz und andere Farben - insbesondere Blautöne - bevorzugt.

10.  Wie können wir als Branche mehr Umsatz erzielen in der Bekleidung für den Bräutigam und für die männlichen Hochzeitsgäste?

Jedes Unternehmen muss für sich Konzepte finden, um seinen Einzelhändlern noch bessere Angebote machen zu können. Dieses sind die Geheimnisse des Marketings auch in unserer Branche.

11.  Erwarten Sie in den kommenden Jahren wichtige Veränderungen im Markt?

Nein.

12.  Wo steht WILVORST in fünf Jahren?

Auch in 5 Jahren wird WILVORST schöne Mode für den Bräutigam anbieten. Wir werden viel für unsere Marke und unser Produkt gemacht haben und unseren Kunden weiterhin optimale Konzepte in der Mode für den Bräutigam bieten.

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