Bräuche um die Hochzeit
HaubeUnter der Familienhaube. Seit alters her ist die Braut mit einer Krone, einem Kranz oder einer Haube geschmückt. In Nürnberg war das Privileg der Krone auf 40 Familien beschränkt, alle anderen durften sich nur mit einer Haube schmücken. Dort, wo die Braut mit einer Krone oder einem Kranz geschmückt war, wurde diese am Hochzeitsabend gegen eine Haube getauscht. Diese Haube stand als Symbol für den Lebenswechsel. Mit dem Ablegen der Krone oder des Kranzes war in manchen Gegenden ein Spiel verbunden. Die Braut bekam die Augen verbunden und wurde im Kreis gedreht. Alle unverheirateten jungen Mädchen standen um sie herum. Nun warf die Braut Ihre Krone (Kranz) in die Runde, und wer fing, war die nächste Braut. Aus diesem Brauch ist auch unser heutiger Wurf des Brautstraußes entstanden. Das heutige Reiswerfen steht als Segenssymbol für die Brautleute. Früher warf man auch Erbsen oder Getreide. Im Gegenzug bringen von der Braut geworfene Äpfel, vornehmlich für die Kinder, Glück fürs Brautpaar. |
Dosen am AutoDieser Brauch hat seinen Ursprung in den Füßen. Füße galten früher als hocherotisches Symbol für Fruchtbarkeit und Liebesglück. Man denke nur an Szenen der Fesseln einer Frau in Kostümfilmen. Da man aber nun schlecht mit Füßen werfen kann, entstand der Brauch, den Brautleuten Schuhe auf dem Nachhauseweg nachzuwerfen oder Schuhe mit Blechdosen an Kutsche oder Auto zu binden. Heute sind davon nur noch die Blechdosen übrig geblieben. BrauthandschuheDie Tradition der Brauthandschuhe ist eine der ältesten. Handschuhe hatten im Mittelalter eine Rechtsfunktion. Da die wenigsten des Lesens und Schreibens mächtig waren, galt der Handschuh als Vertragsverpflichtung. Bot eine Dame ihren Handschuh an, galt dies als höchste Gunstzuweisung. Ritter trugen den Handschuh ihrer Dame entweder unter der Rüstung am Herzen oder stolz als Wimpel am Helm. Vor dem Altar nun überreichte die Braut dem Bräutigam ihren Handschuh als Symbol der Liebe, und er erwiderte die Gabe mit seinem Handschuh. Damit wurde der Vertrag, den eine Heirat darstellt, bekräftigt. In Belgien überreichte der Priester im Namen des Bräutigams rote Handschuhe. Diese Handschuhe hatten die Bedeutung der heutigen Ringe. |
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Blumenkinder & BlütenwegBlumenkinder waren schon im Altertum Brauch. In Rom liefen Knaben mit Fackeln aus zauberkräftigem Holz voran und andere streuten der Braut Rosenblätter auf den Weg. Im Biedermeier stellte man in England auf den Hausweg Blumen so eng, dass der Schleier der Braut daran streifte und so den Duft der Blumen annahm. Diesen Duft strömte das Kleid dann aus. Heute werden die Blütenblätter meist von Kindern mit Blumenkörben auf den Weg zum Altar oder nach dem Ja-Wort vor der Kirche oder dem Standesamt gestreut. |





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